Anhand des besterhaltenen T.-Rex-Skeletts "Tristan", das im Berliner Museum für Naturkunde ausgestellt ist, rekonstruieren Paläontologen und Wissenschaftler das wahre Bild des Tyrannosaurus Rex. Mithilfe modernster Technologien wie CT-Scans, Computersimulationen und Vergleichen mit lebenden Verwandten - Krokodilen und Vögeln - werden zentrale Mythen widerlegt: Statt aufrecht zu laufen, bewegte er sich nach vorne gebeugt und balancierte seinen schweren Kopf mit dem Schwanz aus, erreichte dabei jedoch kaum mehr als Joggertempo. Seine Beißkraft von rund 3.600 Kilogramm übertraf die aller bekannten Raubtiere. Sein Gehirn war trotz geringer Größe hochkomplex, mit ausgeprägtem Geruchs- und Sehsinn sowie Anzeichen sozialer Kognition. Statt zu brüllen kommunizierte er vermutlich mit tiefem Infraschall. Fossilienfunde belegen, dass er im Rudel lebte, Jungtiere die Beute hetzten und ausgewachsene Männchen um Dominanz kämpften. Seine Haut war wahrscheinlich braun-schwarz gemustert, mit vereinzelten Federstummeln und auffälligen Farbtönen um die Augen - ein hochentwickelter Spitzenprädator, weit komplexer als lange angenommen.